Leguane, Tukane, Brüllaffen, Skorpione, Nasenbären und … laute Dschungelnächte in Cabuya (Teil 2)
Leguane, Tukane, Brüllaffen, Skorpione, Nasenbären und … laute Dschungelnächte in Cabuya (Teil 2)

Leguane, Tukane, Brüllaffen, Skorpione, Nasenbären und … laute Dschungelnächte in Cabuya (Teil 2)

Unsere erste Nacht in Cabuya begann genau um 18:00 Uhr mit dem Sonnenuntergang. Ach was für ein Glück, dass die 12 Stunden Tageslicht jetzt genau zu unserem Rhythmus passen ;). Da ist es nicht mehr ganz so merkwürdig, dass wir schon um 20:00 Uhr im Bett sind und mit den Hühnern aufstehen. Selbst die Mädels finden das absolut i.O., was natürlich ganz wunderbar für den Familienfrieden ist 🧘🏽‍♂️ 😅.
Aber nochmal zurück zur ersten Nacht: Mit dem Sonnenuntergang verstummt das fröhliche Vogelgezwitscher, das Muhen der Kühe und Summen diverser Insekten. Nun war es jedoch nicht still, sondern wie zu erwarten, hörten wir jetzt ein paar Geckos, viel Gekrabbel und unheimliche Kriechgeräusche auf der Terrasse, im Garten und direkt über uns im luftigen Gebälk unter dem Dach. Wäre ja alles ganz spannend, wenn ein richtiges Dach auf dem Gemäuer wäre. Aber nein, um das ordentliche Durchlüften der Häuser zu gewährleisten und vermutlich weil es einfach günstiger ist, liegt nur etwas Wellblech auf dem Dachbalken und dieser wiederum blank auf den Mauern. Dazwischen sind also ca. 15 cm , die einem das Fürchten lehren:

“Kommen Taranteln eigentlich hier ins Haus?”
“Ach, die sind hier so selten.”
“Gibts hier eigentlich Würgeschlangen?…Ich google mal. Oh nee, hier gibts Boas! Passen die da oben durch?”
“Ja!”
“Das war jetzt aber nicht sehr beruhigend!” (Hoffnungsvoller): “Ich glaube aber, die kriechen gar nicht die Wände hoch.”
“Nee, ich denke nicht. Die giftige Lanzenotter ist aber viel häufiger.”
“Na, toll!”
“Schlaf gut.”
“Echt jetzt? Vielen Dank!”
“Schnarch…”

Sieben, dank Ohropax recht erholsame Stunden später wurden wir dann gegen 5:00 Uhr von einer Kakophonie aus lautem Geschrei der Brüllaffen, sämtlichen Hähnen und dem Gebell der Hunde im Umkreis von 2km geweckt. Das hörte sich schon irre an, also im positiven Sinne. Das erlebt man ja nicht alle Tage.
Eine weitere Stunde verging und die gesamte Vogelvielfalt gesellte sich dazu. Aus unerfindlichen Gründen trat dann jedoch ab 7:00 Uhr eine nahezu angenehme Stille ein, die nur von zartem angenehmen Vogelgezwitscher begleitet war.
Insgesamt war es wirklich eine verrückte erste Nacht und letztendlich gar nicht so schlimm wie befürchtet. Wir wurden nicht erwürgt, gebissen oder gestochen, sondern kämpften nur in unseren Träumen tapfer mit rostigen Macheten, spanisches Kauderwelsch brüllend, gegen Riesengeckos, Würgescheschlangen und so manche Spinne, die denen aus diversen Harry Potter Geschichten in nichts nachstanden.

Aber mal ganz ehrlich, man gewöhnt sich ja an alles und mittlerweile schlafen wir hier sehr entspannt. Hin und wieder fallen zwar nachts Zweige, Früchte oder einfach nur Blätter von den Bäumen, deren Geräusche uns dann plötzlich aufschrecken lassen: “Was war das?”
“Ach, ich glaub, es ist nur wieder irgendetwas vom Baum gefallen.”
“Na dann… träum was Schönes.”




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